Lean Transformation beim Weltmarktführer

 

Im Interview berichtet Peter Matwich Prokurist der DST Dauermagnet SystemTechnik GmbH, über seine persönlichen Erfahrungen bei der Einführung von Lean Management und dem aktuellen Stand der Restrukturierung.

Vielen Dank Herr Matwich , dass Sie sich die Zeit für ein Interview nehmen. Was waren die Gründe für die Einführung von Lean Management bei DST?

Matwich: DST steht für die kundenspezifische Entwicklung, Fertigung und den Vertrieb von innovativen Magnetkupplungen, die in vielen Industriebereichen eingesetzt werden, darunter in der chemischen, pharmazeutischen und der Lebensmittelindustrie. Unsere Kundenstruktur ist sehr vielfältig und wir erhalten Anfragen für kundenspezifische Projekte sowie Aufträge für Serienfertigungen. Daraus resultieren unterschiedliche Kundenansprüche und damit einhergehend Schwankungen bei den Anforderungen. Ausgangspunkt für den Startschuss unserer Lean Transformation war neben den steigenden Anforderungen nach Qualität und Liefertreue die Übernahme unseres vormaligen Zulieferers für Spanteile, Weinert GmbH. Im Zuge dieser Übernahme wurden Produktionsanlagen und Mitarbeiter in die DST Dauermagnet-SystemTechnik GmbH integriert. Es wurde allerdings schnell klar, dass für die Abläufe im Betrieb, die historisch gewachsen waren, dringender Optimierungsbedarf bestand und wir in der bestehenden Konstellation nicht weiter verfahren können. Aus diesem Grund haben wir im Rahmen der strategischen Veränderung Investitionen in neue Maschinen getätigt und die Fertigung in eine neu gebaute Halle verlagert. Solch ein Unterfangen bringt natürlich eine hohe Komplexität und großen Umstrukturierungsaufwand mit sich.

Dazu gehörten die Planung des Umzugs, die Anordnung der Maschinen und Bereiche in der neuen Halle, die optimale Nutzung der neuen Maschinen, die Organisation der Aufträge und des Personals, sowie logistische Aspekte und Schnittstellen – und das alles während des laufenden Betriebs in unserer Hochkonjunkturphase. Je näher der Umzug jedoch rückte, desto nervöser wurden wir ob das Ergebnis auch den Ansprüchen gerecht werden würde. Insbesondere in Detailfragen fehlte uns die nötige Erfahrung, um den Prozess verantwortungsvoll führen zu können. Hinzu kommt, dass das Tagesgeschäft die Organisation eines solchen Projektes nicht zulässt. Zudem waren wir uns unsicher, ob wir in Eigenregie auch die Potenziale voll ausschöpfen würden, die in unserem Unternehmen steckten. Schließlich wurden viele Prozesse und die Hallenorganisation seit Jahren nicht verändert oder hinterfragt und es ergab sich eine hervorragende Möglichkeit dies zu tun.

„Die Produktivität konnte mit gleicher Mitarbeiterzahl gesteigert werden und das ohne diese stärker zu belasten. Das war für uns eine sehr wertvolle Erkenntnis, denn auch wir sind wie viele andere Unternehmen vom Fachkräftemangel betroffen.“

Peter Matwich

Prokurist, DST GmbH

 check   Umsatz um 12.5% erhöht

 check   Produktivität um 56% verbessert 

 check   Liefertreue um 82% gesteigert